Das war die Museumsnacht on tour am 02.12.2021

Zum großen Finale der Museumsnacht on tour fanden gleich vier Touren am 2. Dezember 2021 statt!


Tour #1: Inside Ehrenfeld DELUXE: Zentralmoschee, Landmann-31 & Bunker k101 

Ehrenfeld hat so viel zu bieten! Drei einzigartige Örtlichkeiten haben wir uns bei dieser Tour genauer angeschaut: Es war aufregend, kunstvoll, architektonisch wertvoll, ein bisschen romantisch und natürlich urban!

Los ging mit einem Ort, an dem du bestimmt schon oft vorbei gelaufen bist, den du vielleicht aber noch nie von Innen gesehen hast… Um das zu ändern, haben wir wir diesmal die Zentralmoschee gemeinsam bei einer Führung erkundet. Herzstück des nicht ganz unstrittigen Baus ist die 36,5 m hohe transparente Kuppel, dessen Raum als Gebetssaal genutzt wird.

Von hier aus zogen wir weiter per Rikscha nach Neuehrenfeld ins Landmann-31. In der sogenannten „Eine ART Passage“ finden zur Unterstützung von Künstlern oder gemeinnützigen Organisationen regelmäßig Ausstellungen, Offene Ateliers und Installationen statt. Heute erwartet uns Georg Schnitzler mit seiner aktuellen Ausstellung “Board of Directors”. Der Künstler persönlich führte uns durch seine Werke: Malerische Manager, die Haie im Haifischbecken, mit Anzug und Krawatte als Schutz-Verkleidung… doch was bleibt, wenn die Hülle fällt? Das Besondere an Schnitzlers Arbeiten: Er hat eine eigene Bildsprache entwickelt, mit der er zeitgemäße Aussagen formuliert und es schafft, das Innerste des Menschlichen sichtbar zu machen. 

Frisch gestärkt und reich an neuen Eindrücken ging es auf eine zweite romantische Rikschafahrt durch das abendliche Ihrefeld, die uns zum bunker k101 in die Körnerstraße brachte. Der Hochbunker ist allein schon aufgrund seiner Geschichte und seiner Architektur einen Besuch wert. Seit 2013 wird er von einem Verein als Kunst- und Kulturort genutzt. Nicht zuletzt, um die Erinnerungskultur aufrecht zu erhalten. Im Dezember 2021 zeigt Marcus Krips hier eine Werkschau aus seiner 40-jährigen Schaffensphase. Der Streetart- und Medienkünstler ist schon lange in Köln aktiv, hat jüngst eine Bar mitgestaltet und bietet Kunstspam per Mail. Viele Besucher:innen nutzten hier die Gelegenheit, sich direkt beim Künstler etwas Kunst für zu Hause zu kaufen.


Tour #2: Schäl Sick: Hier lebt Kultur!

Bei dieser Tour haben wir drei der lebendigsten Kunst- und Kulturorte der Schäl Sick, der rechten Rheinseite Kölns, erkundet. Hier gibt’s richtig viel Spannendes zu Entdecken, denn hier lebt und entsteht viel Kunst & Kultur. Wir waren in Deutz und Mülheim unterwegs, haben einen Blick in Künstlerateliers geworfen, mit Künstler:innen und Stadtteilsgestaler:innen gesprochen und die Tour mit einem Kurzfilm bei einer herrlichen Erfrischung beendet. 

Los ging es an einem der größten selbst verwalteten Künstlerhäuser Deutschlands: dem Kunstwerk Köln. Im industriellen Stil gebaut, unter Denkmalschutz und direkt an die neuen Messehallen angrenzend, arbeiten hier über 150 Bildende Künstler:innen, Kunsthandwerker:innen und Musiker:innen in rund 80 Ateliers, Werkstätten und Musikstudios. Eine einmalige Location, die uns Lisa Klosterkötter heute genauer bei einem Rundgang vorstellt. In der Ausstellungshalle zeigt hier die Künstlerin Ruth Weigand verwirklichte Plastiken aus Keramik in ihrer Ausstellung „OTHER THOUGHTS“. Aus jeweils 6,40 m langen, ungeteilten Strängen Mangantons (Steinzeugton) geformt, bildet sie grafisch angelegte, in den Raum greifende Strukturen, die ihre eigene Beweglichkeit erkunden. Ihre Arbeitsweise ist eine Form der Aneignung und zugleich eine Reaktion auf die belastende Unsicherheit der Corona-Zeit, der Ruth Weigand bewusst mit Produktivität begegnet.

Anschließend sind wir die Straße entlangspaziert zum nächsten Stadt-Kunstprojekt, dem DEUTZER ZENTRALWERK DER SCHÖNEN KÜNSTE. Mitten im Otto-&-Langen-Quartier soll hier zukünftig Stadt- und Kulturleben gemeinsam zukunftsweisend neu gedacht und gestaltet werden. COURAGE: DIE KUNST DER REVOLUTION zeigt in einer Echtzeitperformance, wie ein Kunstraum zum „Weltveränderer“ wird und die Kunst als Motor den Prozess in ein urbanes Musterquartier des 21. Jahrhunderts steuert. Hier steht die Kunst nicht auf der Speisekarte, sondern sitzt mit am Verhandlungstisch. Marc Leßle und Anja Kolacek (raum 13) haben maßgeblich für den Erhalt diesen Ortes gekämpft und uns vom aktuellen Geschehen des Projekts berichtet.

In der Kolonne ging es weiter zum nächsten lebendigen Kulturort der rechten Rheinseite. Als letzte Station haben wir den Kulturbunker Köln Mülheim erkundet. Hier wird Kultur in allen Facetten gelebt. Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Urban Gardening, Werkstattgespräche und mehr gehören hier zum fast täglichen Programm. Nach einer Guided-Tour durch die Räumlichkeiten, ließen wir den Abend im gemütlichen Club Toré ausklingen mit der Videodokumentation des Mülheimer Heimatministerium – Heimat Los!. Was bedeutet Heimat? Wo ist Heimat? Und wer hat das Recht diese zu definieren? Wie wollen wir in Zukunft miteinander leben? Die filmischen Interviews präsentieren Zukunftsvisionen für ein solidarisches, kreatives Zusammenleben und setzen den Impulse die genannten Ideen gemeinschaftlich für weitere Projektideen zu entwickeln: Wie wird aus dem Stadtteil Heimat? Für die, die da sind, für die, die noch kommen.


Tour #3: Tanz im Museum, die Weihnachtsgeschichte und Begegnungen mit Japan

Diese Tour steckte voller kleiner Highlights: Von einer exklusiven Tanzperformance über die Weihnachtsgeschichte in Kunstwerken bis hin zum Kennenlernen indigener Bewohner:innen Nordjapans ist hier Abwechslung, Kunst und Kontraste und Eintauchen in Welten.

Im Tanzmuseum erwarteten uns gleich zwei Highlights: Kurator Thomas Thorausch stellte uns das Tanzmuseum vor und führte durch die aktuelle Jahres-Ausstellung INSZENIERUNG | INSPIRATION – Tanz und Fotografie. Die tänzerische Bewegung im Bild festzuhalten, darum geht es hier. Gemeinsam erörterten wir Beispiele der Liaison zwischen Tanz und Fotografie. Außerdem gab es extra für unsere Tour ein ganz besonderes Special: Tänzerin Tyshea Lashaune Suggs inszeniert eine Tanzchoreographie von Foteini Papadopoulou – beide standen anschließend für ein Gespräch bereit.

Nach einer kleinen Erfrischung früh Em Jan von Werth ging es mit der Rikscha mit dem Rikolonia-Team weiter ins Museum Schnütgen. Hier wurde es diesmal weihnachtlich! Was damals vor mehr als 2.000 Jahren in Bethlehem geschah, haben Künstler und Künstlerinnen in den verschiedensten Kunstwerken immer wieder dargestellt. Im Museum Schnütgen finden sich einige besonders schöne Beispiele, die uns die Weihnachtsgeschichte wie von selbst erzählen!

Anschließend lertnen wir im benachbarten Rautenstrauch-Joest Museum etwas über die Ainu, die als indigene Bewohner*innen Nordjapans gelten. Mitte des 19. Jahrhundert wurden sie von Japan kolonisiert, umgesiedelt und ausgebeutet. Erst nach Mitte des 20. Jahrhunderts entstand eine starke Rückbesinnung auf ihre Traditionen und eine Revitalisierungsbewegung. „Eine Seele in Allem – Begegnungen mit Ainu aus dem Norden Japans“ gab uns Einblick in die Glaubensvorstellungen sowie den Wandel von Stereotypen, eröffnete neue Perspektiven und berührte durch die Intensität der vielseitigen „Begegnungen“.


Tour #4: Liebe deine Stadt-Special: Bulli meets Schumi

Whoop, Whoop! Rein in den Bulli und los ging diese besondere Special-Museumsnacht on Tour. Gemeinsam mit dem Team von Liebe Deine Stadt-Toureen fuhren wird mit dem Bulli zunächst quer durch Köln bis Ehrenfeld. Ein wahres Highlight für alle Freundinnen und Freunde des Automobils, von Oldtimern und der Formel-1-Legende Michael Schumacher. Denn im Anschluss besuchten wir die MOTORWORLD Köln Rheinland und die Michael Schumacher Private Collection.

Wir starteten zentral am Kölner Hauptbahnhof. Mit den Oldtimer-Bullis Mariele und Pitter von Liebe Deine Stadt-Touren ging es auf eine einmalige Stadtrundfahrt. Wir haben kleine Zwischenstopps eingelegt, um dir ganz besondere Orte in Köln zu zeigen. Du konntest dich im Bulli zurücklehnen, an deiner Erfrischung nippen und spannendes Insiderwissen erfahren, das selbst eingefleischte Kölner:innen überrascht!

Das große Ziel war dann die MOTORWORLD Köln Rheinland: Im Butzweilerhof, wo schon 1910 erste waghalsige Flugversuche stattfanden und der in den 1930ern als „Luftkreuz des Westens“ galt, findet sich auf einer Fläche von rund 50.000 qm ein lebendiger Treffpunkt für Automobilliebhaber und Luftfahrt Historiker. Bei einer guided Tour haben wir den Historischen Flughafen erkundet und mehr über die Entstehungsgeschichte und die Historie dieses einmaligen Ortes erfahren. Vom Oldtimer über Youngtimer, Raritäten, moderne Luxusautomobile bis hin zum Bike: In der Motorworld Köln Rheinland sind ausgefallene Fahrzeuge jeglicher Art zu bestaunen. Vorbei an den verglasten Werkstätten, gläsernen Garagen und dem Atrium haben wir anschließend die Michael Schumacher Private Collection besucht.

Sieben Weltmeistertitel, 91 Grand-Prix-Siege, 68 Pole Positions und 155 Podiumsplatzierungen machen Michael zur Ikone seines Sports. Die Michael Schumacher Private Collection lässt historische Momente wieder aufleben und beeindruckte uns mit der schieren Anzahl an Objekten aus der persönlichen Sammlung des Rekordweltmeisters.


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